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Schlossruine Hertefeld

Schlossruine Hertefeld

Historie

Das Klevische Uradelsgeschlecht erscheint urkundlich erstmals 1179 mit Theodoricus de Hertevelde als Vertreter jener Familie, die sich nach einer Örtlichkeit Hertefeld (nddt. „Hirschfeld") nennt. Auch wenn das befestigte Haus erst 1322 als Geldrisches Lehen genannt wird („dat huyß ind die haeffstadt van hertevelt"), dürfte die Familie schon lange vorher an diesem Ort gelebt haben, zumal Funde innerhalb der Ruine die Nutzung des Ortes seit dem 13. Jh. belegen.

 

Die Familie Hertefeld nimmt rege an den Geschehnissen des Niederrheins teil:

Im 14. Jh. übt sie die niedere Gerichtsbarkeit über die Leute von St. Cyriakus (Weeze) aus.

Im 16. Jh. tritt sie zum reformierten Glauben über, den sie generationenlang in Weeze und Uedem unterstützt.

Im 17. Jh. werden die wichtigen Kontakte zum (Großen) Kurfürsten von Brandenburg geknüpft, denen zufolge der nunmehr brandenburgische Oberjägermeister Jobst Gerhard von Hertefeld nördlich von Berlin den brandenburgischen Besitz „Liebenberg" erwerben kann.

Im 18. Jh. wird Hertefeld zu einem barocken Schloß mit französischem Garten umgebaut.

Der Sohn Jobst Gerhards, Samuel von und zu Hertefeld, wird durch König Friedrich Wilhelm I. von Preußen in den Freiherrenstand erhoben.

Im 19. Jh. besetzen die Franzosen den Niederrhein; die Hertefelds verweigern als Protestanten die Kollaboration. Später stirbt die Familie im Mannesstamme aus. Das Erbe fällt über Alexandrine, die Großnichte des letzten Hertefelds, an die Grafen zu Eulenburg.

Im 20. Jh. wird Alexandrines Sohn Philipp (damals kaiserlich-deutscher Botschafter in Wien als enger Berater Kaiser Wilhelms II. in den preußischen Fürstenstand und durch den schwedischen König zum Grafen v. Sandels erhoben. Das Familienoberhaupt führt fortan den Namen „Fürst zu Eulenburg und Hertefeld, Graf von Sandels".

Ende des zweiten Weltkrieges muß die Familie ihren brandenburgischen Sitz in Liebenberg wieder aufgeben, der im Rahmen der sogenannten „Bodenreform" enteignet wird. Sie kehrt auf ihren Stammsitz an den Niederrhein zurück, der allerdings zu großen Teilen durch deutsche Truppen zerstört worden ist.

Schlossruine Hertefeld

Baugeschichte

Schloß Hertefeld liegt malerisch am den Ufern der Niers und ist in seiner Geschichte vielfach baulichen Eingriffen unterzogen worden, meist um die Jahrhundertwenden ab 1600. Archäologische Ausgrabungen konnten zudem im Kern der heutigen Ruine einen Vorgängerbau nachweisen, der auf das 14. Jh. datiert wird, über dessen Gestalt aber kaum mehr konkrete Schlüsse möglich sind. Mitte der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die Ruine entschuttet und die verbliebene Substanz im Zuge einer Mustersicherung untersucht und erhalten. Einer Idee aus dem Jahr 1947 folgend, wurden der historische Hauptturm und der Mitteltrakt Schlosses Hertefeld durch die mittlerweile 23. Familiengeneration wiedererrichtet.  

Turmsuite

Heutige Nutzung

Teilweise mitten in der Ruine entstanden nutzbare Räume, wie z.B. ein großzügiger Kaminsaal und ein eindrucksvolles Kreuzgratgewölbe mit vorgelagertem „Zarenzimmer" sowie weitere Übernachtungsmöglichkeiten im weitläufigen Denkmalensemble.

Mittlerweile wurde auch der knapp 5 ha großen Schloßpark wieder hergerichtet, so daß auf dem romantischen Anwesen nicht nur herrschaftlich übernachtet werden kann, sondern mittlerweile auch viele Veranstaltungen, Tagungen, standesamtliche Trauungen und Hochzeiten stattfinden.

 

Weitere Informationen:

www.hertefeld.com

Schlossruine Hertefeld, Hertefeld 1, 47652 Weeze, Telefon: 02837 - 2035 eMail: schloss@hertefeld.de

 

Für weitere Informationen steht Ihnen das Büro für Kultur und Fremdenverkehr der Gemeinde Weeze gerne zur Verfügung.
Telefon: 02837 / 910-116, Telefax: 02837 / 910-170, eMail: tourinfo@weeze.de