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Holocaust Gedenktag in Weeze

Mitteilung vom 04.02.2019

Holocaust Gedenktag in Weeze   Holocaust Gedenktag in Weeze

Erinnerung an die ermordeten  jüdischen Mitbürger

Am 27. Januar, dem Holocaust-Gedenktag, gedachten  in Weeze Jugendliche (Pfadfinder), Bürger und Vertreter von Rat und Verwaltung der ermordeten und vertriebenen jüdischen Mitbürger. Sowohl an der Erinnerungsstätte für die jüdischen Mitbürger am Watton Platz als auch an den Stolpersteinen vor den Häusern, in denen die ermordeten jüdischen Mitbürger wohnten, wurden weiße Rosen abgelegt. Auf Einladung von Ulrich Francken nahmen Vertreter des Gemeinderates, der Kirchen sowie Bürger und Jugendliche, hier die Pfadfinder St. Georg, teil. „Das Gedenken an alle Opfer des Nationalsozialismus und das Erinnern muss  an die Jugend gerichtet sein und weitergegeben werden“, so Ulrich Francken. Pfarrer Gerhard Kasten erinnerte in einem Gebet an die jüdischen Mitbürger, die ausgegrenzt, verfolgt, deportiert und ermordet wurden.

In diesem Jahr gestalteten Pfadfinderinnen aus Weeze die Veranstaltung.

Sie setzten Impulse des Gedenkens gegen das Vergessen und zur Mahnung, die  inne halten ließen. Die namentliche Nennung der jüdischen Mitbürger aus Weeze an ihren ehemaligen Wohnorten gibt jedem Schicksal und damit auch der Geschichte ein Gesicht. Nie mehr dürfen Ausgrenzung, Krieg und gewaltsame Auseinandersetzung zugelassen werden. Aus der Geschichte lernen heißt die Zukunft menschlich zu gestalten und den Anfängen zu wehren. Edith Bader Devries nahm mit ihrer Familie ebenfalls an der Veranstaltung teil. Als junges Mädchen wurde Edith Bader-Devries aus Weeze zusammen mit ihren Eltern über den Düsseldorfer Schlachthof in das Ghetto Theresienstadt  deportiert. Sie überlebten unter schrecklichen Bedingungen. Viele andere jüdische Gläubige wurden ermordet. Nach der Befreiung kehrte die Familie nach Weeze zurück und setzt damit auch ein Zeichen der Versöhnung.

Frieden, Freiheit und Respekt, die heute wichtiger denn je zu verteidigen sind, müssen heute als Geschenk und nicht als Normalität empfunden werden, für die es sich lohnt, einzutreten. Die Erinnerung, das Gedenken und die Mahnung für ein friedliches Europa und für eine starke Gemeinschaft sind aus diesem Grunde wichtig, damit wir aus der Geschichte dauerhaft lernen.